Montag, 21. Juli 2014

Und die Flamingos flattern zu...

... Kommentar Nummer 23.

Diesmal habe ich mir die Auslosung etwas einfach gemacht und die liebe Ilka von erbsünde nach einer Zahl von 1 bis 47 gefragt.

Ein wunderschönes Wochenende mit tollen Menschen liegt hinter mir. Mehr dazu könnt Ihr hier erfahren. Dort hat es Ilka schon sehr gut zusammen gefasst.
Die Gewinnerin von dem Aloha Flamingo Top darf sich auch noch auf den passenden Rock freuen. Invidia heißt nämlich das neue ebook von erbsünde (psssst... die nächsten 4 Wochen zum freien Download). Und da meine Version noch zusätzlich zum Gewinn dazu kommt, habe ich die liebe Ilka ein wenig Glücksfee spielen lassen.

Kommentar Nummer 23... liebe Sarah, melde Dich doch bitte einmal mit Deiner Anschrift bei mir, damit ich Dir Deine Flamingos schicken kann.

Mittwoch, 9. Juli 2014

Aloha! ... für mich? Nöööö - für Euch!

Flamingos sind die Füchse des Sommers! Hä?? Na ja, das Trendtier im Sommer eben! Füchse kommen dann wieder im Herbst... oder Stop! Ich glaube, dieses Jahr kommen die Waschbären. Es gibt so viele tolle Tiere... wie zum Beispiel Flamingos! Ich meine, es ist doch echt Wahnsinn wie die so locker flockig den ganzen Tag auf einem Bein rumstehen können. Also ich kann das nicht! Nicht einmal für 10 Sekunden.

Was ich aber kann, ist zum Beispiel ein Flamingo-Top nähen (Pah! Das kann so ein Flamingo dafür wiederum nicht!)... aus dem neusten Aloha Flamingo, den Mia Maigrün für Lillestoff designed hat.

Nein, nein... das Top ist nicht für mich! Für Euch!! Einfach mal so, weil Ihr so toll seid! Einen Haken hat die Sache allerdings... es gibt nur dieses eine in Größe S...
... okay, das ist nicht ganz richtig. Es gibt noch ein Gegenstück dazu. Aber das gehört dem Sonnenschein. Fotos gibt es allerdings keine weiteren, weil das Model bei den Aufnahmen in den Pool gefallen ist... man munkelt, sie habe es absichtlich gemacht... hätte ich am liebsten auch bei dem Wetter.
Wenn Ihr also bald mit dem Sonnenschein in Partnerlook gehen wollt oder aber einer lieben Freundin eine Freude machen wollt, dann hinterlasst einen Kommentar hier im Blog unter diesem Post.

Die Verlosung endet am 19.07.2014 um 23:59 Uhr. Doppelte Kommentare werden gelöscht. Teilnehmen kann jeder ab 18 Jahren. Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich, auch keine Individualisierung. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Ich freue mich, wenn ich jemanden von Euch eine kleine Freude machen kann und für alle anderen, für die dieser Gewinn nichts ist, habe ich ganz bald sicherlich schon etwas anderes in der Pipeline.

Und nun wünsche ich Euch noch ein Aloha! Toi toi toi!

Stoff: Aloha Flaming von Lillestoff
Schnitt: Basic-Tanktop von ki ba doo

Montag, 7. Juli 2014

Mit dem Jungle Boogie durch den Großstadt-Jungle

Früher war alles besser... sicherlich nicht! Aber ganz sicher war vieles einfacher. Kinder bekommen und Kinder erziehen zum Beispiel. Da gab es nicht 1000 Meinungen dazu was richtig oder falsch ist. Es gab auch keine Mütter-Foren, in denen sich die Mütter gegenseitig fertig machten und täglich eine neue Rabenmutter nominiert wurde. Früher, da folgte man seinen Instinkten und dem, was einem von der eigenen Mutter und Oma weiter gegeben wurde. Keine unendlichen Varianten wie man sein Kind gebären könnte, da bekam man es einfach und wenn es mitten auf dem Acker bei der Ernte war... heute unvorstellbar... zum Glück!
Kinder kriegen ist heute sicherlich einfacher, wenn auch die Entscheidungsmöglichkeiten drum herum es nicht sind. Ständig hat man die Wahl - nehm ich Disconuter-, Öko, Designer- oder Secondhand-Kleidung für mein Kind? (und wenn dann bloß nicht mit Weichspüler gewaschen). Pampers, Discouter- oder Stoffwindeln? Das lässt sich natürlich mit jedem weiteren x-beliebigen Baby- und Kinderkonsumgut so weiter durchspielen. Der Markt boomt.

Waaaaaas?! Du willst Dein Kind nicht stillen??
Nicht nur sich für solch eine Entscheidung rechtfertigen müssen, viel schlimmer ist dann diese unendliche Auswahl an Babynahrung... von 3 Euro bis 15 Euro die Packung ist alles dabei. Hyperallergen, Laktose- oder Glutenfrei... alles ganz genau abgestimmt auf die Bedürfnisse des Kindes. Das geht dann wenige Monate weiter mit Gläschen... da muss man sich dann wieder rechtfertigen warum man nicht alles im Dampfgarer oder im praktischen Thermomix zubereitet, sondern Gläschen kauft... unmöglich! Als Gläschen-Mutti hat man doch direkt den Rabenmutter Stempel auf. Und überhaupt - wieso Brei?? Heute macht man doch BLW! Das Baby bekommt das, was auf den Tisch kommt, matscht ein bisschen damit rum und man startet anschließend eine Renovierungsaktion, weil man die Küche lieber doch nicht in grün gesprenkelt haben möchte.
Kindererziehung... wieso einfach, wenn es auch kompliziert geht! Und dabei ist es doch manchmal auch ohne all die schlauen Ratgeber schon kompliziert genug. Familienbett... wenn man unter Müttern ein Diskussionsthema sucht - bitteschön!
Nichts lässt sich besser vermarkten als alles rund ums Baby und rund ums Kind. Überall wird einem aufdiktiert was man braucht und wie man was machen muss.

Als ich damals schwanger mit dem Sonnenschein war, bin ich ziemlich blauäugig an die Sache ran gegangen. Da bis dato nur meine beste Freundin ein Kind hatte, kannte ich mich mit all den Must-Haves nicht so wirklich aus. Fast die komplette Babyausstattung habe ich mir damals von meiner Freundin geliehen. Und den Kinderwagen? Den ersteigerten wir bei e*bay, gebraucht, um anschließend festzustellen, dass er nach der Aufnahme der Auktionsbilder stark ausgeblichen sein musste... außerdem fehlte die Hälfte der Ausstattung. Das war schon ärgerlich.

Beim Buggykauf wollte ich dann nichts falsch machen. Er sollte vor allem robust und langlebig sein, da ich ja inzwischen wusste, dass wir ihn sicherlich länger brauchen würden. Im Fachgeschäft fragte ich nach einem Modell, das uns die Verkäuferin ein wenig unmotiviert vorführte und auf die Frage hin, ob es noch weitere vergleichbare Modelle gäbe, die meine gewünschten Kriterien erfüllen würden, ging sie leider nicht sonderlich ein. Ganz so robust war der Buggy dann leider nicht, wie sich einige Zeit später heraus stellte und ich ärgerte mich aus diversen Gründen über den Kauf. Tja, hätte ich mal die ganzen Zeitschriften gelesen, in denen die Buggy-Trends angepriesen wurden... ich lehnte aber nach Soneas Geburt erstmal vehement sämtliche Erziehungszeitschriften, gespickt mit lauter Luxusproblemchen und Themen wie "So schläft auch IHR Kind durch" oder "Endlich windelfrei!" oder aber "Das lernt Ihr Kind alles im ersten Lebensjahr" und vielen weiteren Themen für die Eltern-Olympiade.
Dass der Kauf des Kinderwagens aber genau so essentiell sein kann, wie der Kauf eines Autos, das lernte ich erst viel später.
Tatsächlich gibt es sogar Klassifizierungen je nachdem welchen Buggy man fährt. Glaubt Ihr nicht? Ist aber so!
Aber auch Design ist nicht alles. So hatten wir zwar nach unserem Buggyfehlkauf einen schnittigen, roten Zweisitzer, aber auch dieser erwies sich nicht wirklich auf Dauer alltagstauglich. Das Vorderrad entwickelte eine Eigendynamik, der wir bis heute nicht auf den Grund gehen konnten, die Nähte der Sitze lösten sich, drei Mal mussten wir bereits Ersatzteile kaufen und auf Dauer waren wir zunehmend umzufrieden mit dem Zweisitzer.

Als ich letztes Jahr von Britax-Römer zur Messe eingeladen wurde, zog mich ein Buggy direkt in den Bann. Der war anders, der war cool, der fiel einfach auf! Den wollte ich haben! Und weil er mir so gut gefiel, bekundetete ich direkt großes Interesse an einer Testaktion... eigentlich gar nicht meine Art, aber ich fand den so unglaublich toll, da verlor ich einfach jegliche Zurückhaltung!


Der Jungle Boogie ist eine Special Editon des Britax affinitys, das Streetart-Design stammt von dem Charity Label MALA & MAD. Was genau hinter diesem tollen Fashion-Charity-Label steckt, könnt Ihr hier nachlesen. Und ganz besonders toll finde ich, dass 10 Euro eines jeden Jungle Boogie Color Packs (also Verdeck, Bezug, etc.) an die Charity Aktion "Back to Life e. V." gespendet wird und der Erlös in den Bau eines Geburtshauses in Nepal fließt.

Wir fahren unseren Britax affinity nun schon eine ganze Weile durch die Gegend, sind nach wie vor wirklich schwer begeistert und haben noch keine Mängel feststellen können, im Gegensatz zu unseren Vorgänger-Buggys. Und so ein Buggy im Hause Sonnenschein muss schon wirklich einige Belastungsproben durchstehen. Er hält, was er verspricht und ist sehr robust, recht leicht und einfach sowie relativ platzsparend zusammenklappbar. Luftgefüllte Reifen, drehbare oder feststellbare Vorderräder, eine spezielle Ferderung... hat er alles!
Und... wovon ich sehr begeistert bin - Diebstahlschutz! Nicht ganz unwichtig im Großstadt-Jungle! Und auch das Löwenkind fühlt sich sehr wohl in seinem schnittigen neuen Kleinwagen.
Natürlich fällt man mit einem Buggy, wie dem Jungle Boogie auf! Aber das sind wir ja bereits gewohnt... also warum nicht auch einen Buggy mit auffälligem Design, wenn die Leute ohnehin schon nicht an einem vorbei schauen können?

Seitdem wir den Jungle Boogie haben, läuft der Sonnenschein. Nicht immer gerne, aber wirklich richtig gut... und erstaunlich viel.
Der Buggy ist für den Sonnenschein tabu, das haben wir so direkt festgelegt. Und leider ist sie inzwischen für die Standard-Buggyboards auch ein wenig zu schwer, deshalb muss sie eben laufen.
Ohne Buggy mit zwei Kindern, das geht hier leider noch gar nicht. Das eine Kind läuft nach links, das andere nach rechts oder eben zielstrebig auf die stark befahrene Straße... geht einfach nicht! Aber das ist wieder ein anderes Thema und ein gefundenes Diskussions-Häppchen für das eine oder andere Mütter-Forum oder die Eltern-Olympiade.

Samstag, 5. Juli 2014

Liebling Nummer 4... das seid IHR!!

Als ich vor knapp fünf Jahren diesen (oder aber eigentlich ja dieses) Blog zu schreiben begann, war das mehr so eine Art Instinkt, weil ich einfach all den Dingen, die mir damals durch den Kopf gingen, einen Raum geben wollte. Manche wollte ich lieber nicht in meinem Kopf haben... sorgenvolle, belastende Gedanken. Aber es gab auch glückserfüllenden Gedanken... die wollte ich am liebsten mit der ganzen Welt teilen - denn ein Kind mit Sonderausstattung ist kein Weltuntergang.

Damals, also vor gut fünf Jahren, ploppten nicht wirklich viele Mutmachende Links auf, wenn man Herrn Google fragte, was er denn so zum Thema Down Syndrom auf dem Kasten hat. Bei meiner Recherche zu diesem Thema bin ich einst nicht nur bei Conny Wenk gelandet (die inzwischen nicht nur für mich eine der weltbesten Fotografinnen und Mutmacherinnen ist, sondern mittlerweile auch eine lieb gewonnene Freundin). Damals gab es auch noch drei, vier weitere Blogs zum Thema Down Syndrom, die ich sehr gerne und regelmäßig las.

Angefangen hat alles im Oktober 2009 aus der Sicht vom Sonnenschein. Irgendwie fiel mir das leichter. Vielleicht auch, weil es manchmal sehr persönliche Dinge waren, von denen ich mich durch die Schilderung "aus der Sicht von" ein wenig nach außen hin distanzieren wollte... aber keine Sorge, ich will das hier jetzt nicht psychologisch durchleuchten.
Nach einem Jahr fing ich mit dem Nähen an, auch im Blog machte sich mein neues Hobby bemerkbar. Ich begann Blogs zu entdecken und zu lesen, die sich nicht mit dem gewissen Extra befassten, na ja, vielleicht doch... aber eben in anderer Weise. Neben den Nähblogs gesellten sich mit der Zeit immer mehr andere Blog. Irgendwie schlüpfte ein lesenswerter Blog nach dem nächsten in den unendlichen Weiten des www's und es gibt mittlerweile so unendlich viele wirklich gut geschriebene Blogs. Leider lässt mein Zeitmanagement meistens nur das Lesen eines Bruchteils davon zu.

Blogs wie Luzia Pimpinella und Jolijou verursachten regelmäßig eine so genannte Maulsperre bei mir. Nicht nur, dass ich toll fand, was die Damen da machen, ich war auch jedes Mal total fasziniert wie viele Leser und Kommentare solche Blogs hatten und natürlich immer noch haben. Zu Recht, wie ich finde. Aber ich wusste auch, dass ich mit meinem kleinen Randgruppen-Blog niemals dort hin kommen werde.

Mittlerweile hat sich einiges verändert, wir als Familie haben uns verändert, sind gewachsen und vor allem zusammengewachsen. Das Down-Syndrom ist Alltag geworden, auch wenn ich das zu Beginn meiner Bloggerei nicht für möglich gehalten habe. Es fließt in den Themen mit ein und manchmal bekommt es eben eine Sonderstellung. Alltagsgeschichten, Nähgeschichten, Dinge, die wir toll finden oder aber auch nicht, lustiges, trauriges, nachdenkliches... die Ideen für weitere Posts sind mir noch nicht ausgegangen und ich habe hier bereits weitere zehn in der Planung (allerdings kommt mir regelmäßig die Zeit in die Quere).

Inzwischen schreibe ich nicht mehr aus der Sicht des Sonnenscheins. Damit fühle ich mich mittlerweile genau so unwohl, wie damals... als es noch umgekehrt war. Es fühlt sich einfach nicht richtig an einem kleinen und doch schon so großen Mädchen meine Worte in den Mund zu legen. Ganz besonders dann nicht, wenn dieses Mädchen meine Tochter ist, die ihren eigenen Kopf hat und genau weiß was sie will und was sie nicht will. Also gibt es fast ausschließlich nur noch Beiträge aus meiner Sicht. Und auch mal den einen oder anderen Post, der nichts mit dieser kleinen Dickkopf-Madame zu tun hat.
Ja, die Näherei nimmt schon einen großen Raum ein in diesem Blog. Für mich fühlt es sich richtig so an. Auch wenn ich dann Mails mit dem Wunsch nach gehaltvolleren und gesellschaftskritischen Posts bekomme. Nicht immer habe ich Lust mich diesen Themen zu widmen und Stellung zu beziehen. Inzwischen ist der Blog längst nicht mehr so persönlich und privat wie er früher einst war und das aus gutem Grund... die Bloggerei hat eben auch ihre Schattenseiten.

In den letzten Jahren ist der Blog gewachsen, mehr als ich es je für möglich gehalten habe. Okay, von Luzia Pimpinella, Jolijou & Co. bin ich nach wie vor weit entfernt, aber harmoniebedürftig, wie ich bin, ist es mir in erster Linie auch wichtig, dass alle gerne hier sind und deshalb, weil es sie interessiert was in unserem Leben passiert, auch wenn es manchmal eben nicht ganz so spektakulär durchleuchtet ist, sondern einfach nur meine kleinen Monster in dem neusten Lieblingsschnitt aus dem neusten Lieblingsstoff zeigt. Die Bilder sind nach wie vor ein wichtiger Teil dieses Blogs. Ich habe mich damals ganz bewusst dafür entschieden dem Sonnenschein öffentlich ein Gesicht zu geben. Eine Entscheidung, hinter der ich auch heute noch stehe, auch wenn es viele andere sehr kritisch sehen (zu Recht...  eine Meinung, die ich akzeptiere und selbst grundsätzlich auch für richtig halte). Ich freue mich sehr, dass mein Mann durch die Bilder von unseren Kindern sein Hobby ein wenig ausbauen konnte, denn ich liebe seine Art zu fotografieren und bin sein größter Fan.
Ein Grundgedanke dieses Blogs war und ist es aufzuklären und Vorurteile sowie Berührungsängste abzubauen. Es gibt immer noch viel zu viele, aber es ist auch immer wieder schön zu lesen, dass ich einen kleinen Teil dazu beitrage diese Ängste zu nehmen. Na ja, schön ist untertrieben... es ist nämlich eines der schönsten Komplimente, die man mir zum Blog machen kann, wenn ich lese, dass mir dies gelingt.
Neben dem Blog gibt es inzwischen eine Facebookseite und ab und an wird auch getwittert. Instagram und Pinterest - ich hab zwar ein Account, aber überhaupt keine Ahnung davon was man genau damit macht. Allerdings sagte man mir mal, dass ein erfolgreicher Blogger das unbedingt braucht.

Vor ziemlich genau drei Jahren gab es da diesen Artikel in der ELTERN über den Sonnenschein und uns als Familie. Durch diesen Artikel und natürlich auch durch den Blog habe ich inzwischen einige sehr liebe Menschen kennengelernt, die eine oder andere sogar persönlich. Und es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass dieser Blog so viele wirklich sehr, sehr sympathische Leser hat. Denn auch, wenn ich mich über jeden einzelnen Leser des Blogs freue, egal ob registriert oder aber im Stillen und trotzdem nicht weniger interessiert und all die Kommentare und Mails, die mich erreichen und zeigen, dass das, was ich da seit knapp fünf Jahren mache, gar nicht mal so verkehrt sein kann, gibt es natürlich auch eine andere Seite der Medaille. Allzu sehr möchte ich nicht darauf eingehen und jedem ist klar, dass auf zig liebe Kommentaren immer mal einer folgt, der alle anderen zunichte macht... na ja, es ist schon irgendwie klar, dass ich mir eben genau diesen Kommentar sehr zu Herzen nehme. Oder aber Tage, an denen auf einmal eine handvoll Leser weg sind, auch irgendwie doof, aber okay. Jeder soll gerne hier sein, das ist mir sehr wichtig.

Es gab schon einige gravierende Gründe, den Fortbestand dieses Blogs gründlich zu überdenken.
Wenn mich dann aber Nachrichten erreichen, in denen mir jemand schreibt wie viel Mut der Sonnenschein-Blog macht, denn man hat selbst gerade erst die Diagnose Down-Syndrom bekommen, dann ist alles wieder im grünen Bereich. Ich mache weiter... Seid Ihr also bereit für die nächsten zehn Blog Posts?

Auch die Eltern-Redaktion war neugierig wie es dem Sonnenschein so geht und deshalb gibt es in der aktuellen Juli-Ausgabe der ELTERN einen neuen Bericht über den Sonnenschein zu lesen...


Schnitt: Trägerkleid von Klimperklein
Stoff: Lillestoff "Retro Flower Dream"

Mittwoch, 2. Juli 2014

Wie ich meinen Kindern erfolglos das Gemüse unterjubel...

Süßgkeiten - das ist hier als würde man eine saftige Zebrakeule ins Raubtiergehege schmeißen. Sobald es ein Jagdobjekt in Form von Süßwaren im Hause Sonnenschein gibt, ist erst Ruhe, wenn alles aufgefuttert ist.

Eigentlich bin ich ja dafür, dass man Süßigkeiten nicht wegsperren sollte. Kinder müssen den Umgang mit Süßigkeiten erst erlernen, verstehen lernen, dass zu viel davon nicht gesund ist und auch keine ausgewogene Mahlzeit ersetzen. Und was immer verfügbar ist, wird auf Dauer uninteressant. Das kennen wir alle. Theoretisch ganz logisch... in der Praxis kläglich gescheitert.

Unsere Süßigkeiten liegen auf dem Küchenschrank... inzwischen so hoch, dass selbst ich auf nen Stuhl klettern muss, um da dran zu kommen. Ja, wir sperren den Süßkram vor den Kindern (und vor mir?) weg... es ist einfach besser so!

Wenn der Sonnenschein auch nach 200 Gramm Schmunzelhasen nach "nomehrnomehrnoMEHR!" verlangt und am liebsten jeden Tag morgens, mittags und abends zwei Schokoladen-Donuts und ein Eis zum Nachtisch essen würde, um anschließend in der Küche zu stehen und leidend zu behaupten, dass sie Hunger habe und nur ein Fruchzwerg diesen nun stillen könne... da ist dann auch mal Schluss mit Schlaraffenland. Ich muss also nen Riegel vorschieben... und hier ist definitiv nicht die Rede von nem Schokoriegel.

Es ist ja auch nicht so, dass es im Hause Sonnenschein kein Obst und Gemüse gibt... Obst mag der Sonnenschein sogar ganz gerne... na ja, sie findet es ab und zu mal okay... Schokolade mag sie aber leider noch viel, viel lieber. Oh, wie gut ich sie verstehe... sie ist eben mein Kind und ich bin ihre Mutter, nicht mehr oder weniger Schokoladensüchtig.

Aber die Vitamine stecken nunmal leider im viel gesünderen Obst und Gemüse. Meine Versuche dieses den kleinen Monstern schmackhaft zu machen, wird meistens mit einem Nase rümpfenden "baaaaah!" abgewehrt... ganz besonders das Löwenkind ist sehr konservativ in seiner Ernährung. Und weil man mit gutem Beispiel voran gehen soll, stehe ich dann demonstrativ wie so ein Karnickel vor meinen Kindern und futtere die Möhren, Kohlrabi und Paprikastreifen, die ich alle zum Snacken so schön in liebevoller Kleinstarbeit zurecht geschnibbelt habe und meine Kinder schauen mich leicht irritiert und angewidert an, ungläubig wie ich dieses grüne, gelbe und rote Zeug freiwillig essen kann, schließlich gibt es doch da hoch oben auf dem Küchenschrank einen verführerischen Schokoladenschatz. Maaaaan ist die Mama doof!

Der Sonnenschein wird inzwischen schon ein bisschen experimentierfreudig... da geht sogar mal freiwillig ein bisschen Salat in das Kind rein. Aber das Löwenkind? Sämtliche Versuche dieses gesunde Zeug in den Jungen reinzubekommen, scheitern kläglich. Rohkost hat von vorne herein verloren... rote Karte ohne Foul.
Schon als Baby fand das Löwenkind Möhrenstifte und Gurkenscheiben ekelig. Noch nicht einmal anfassen wollte er sie. Gekocht und püriert ist möglich, muss aber nicht sein, wenn es außerdem Nudeln, Kartoffeln oder Fleisch gibt. Sein Gemüse verteilt der kleine Löwe gerne und großzügig an alle anderen, die am Tisch sitzen... oder mogelt es auf andere Teller.

Und was bin ich unendlich froh, dass wir diese wunderbare Kita haben! Unsere einzige Chance ab und zu Obst und Gemüse in homöopathischen Dosen in unsere Kinder zu bekommen! Gruppenzwang heißt das Zauberwort, das dafür sorgt, dass meine Kinder keine verheerenden Mangelerscheinungen haben.
Wenn mal wieder der Aushang erscheint "Wir benötigen Obstspenden!", Ihr könnt sicher sein, der Sonnenschein-Mann macht sich unverzüglich auf den Weg in den nächstgelegenen Supermarkt und kauft sämtliche Obstbestände auf.
Es vergeht selten ein Tag, an dem in der Brotdose nicht auch noch ein Gürkchen, Paprika, Möhre oder auch mal Tomaten Platz findet. Leider bietet sich damit unweigerlich am Nachmittag ein trauriger Anblick eines unangetasteten Gemüses inmitten von Brotrinderesten. Trotzdem, wir bleiben hartnäckig mit unseren Versuchen unseren Kindern das Gemüse unterzujubeln...


... und wenn es auf der Kleidung ist! Da wird dann auch nicht gemeckert! Schließlich gesellen sich auch noch ein paar Bienchen, Ameisen und Schnecken mit dazu. Das ist dann schon wieder cool.

Immerhin kann ich eine Gemüseplatte unbewacht stehen lassen, ohne dass meine Kinder diese plündern. Am Wochenende hatte ich ein paar Mädels zu Mary Kay Beauty-Abend da und was bietet sich da besser zum Snacken an als Gemüsesticks mit Dips.
Ziemlich unspektakulär für meine Kinder (im Gegensatz zum Geburtstagskuchen zwei Tage zuvor, dem sehr schnell ein paar Ecken fehlten).
Ich gebe die Hoffnung nicht auf. Irgendwann werden auch meine Kinder mal einsehen, dass Gemüse gar nicht so verkehrt ist...


Möglichst immer mit gutem Beispiel voran, stets Gemüsse futternd - das ist meine Mission. Früher oder später halten unsere Kinder uns den Spiegel vor. Das passiert hier in letzter Zeit immer häufiger. Und so lustig es manchmal ist, so erschreckend kann es auch zugleich sein...

Schnitte: Minikrea "Tunika 30200" und "Bessy" von allerlieblichst
Stoffe: Lillestoff "In the Garden" und "Sommerjersey - puderrosa"